Die Grünen Hamburg bekennen sich zum Ziel, Hamburg bis 2040 klimaneutral zu machen und den Gebäudesektor – insbesondere den Wärmesektor – als zentralen Hebel zu nutzen. Vor dem Hintergrund des Volksentscheids „Hamburger Zukunftsentscheid“ fordern wir eine deutliche Beschleunigung serieller Sanierungen mit industriell skalierbarer Vorproduktion nach dem Energiesprong‑Prinzip.
Die Grünen Hamburg fordern den Senat auf, gemeinsam mit relevanten Akteuren aus Wohnungs‑ und Immobilienwirtschaft, Industrie, Handwerk, Wissenschaft, Mieter*innenvertretungen, Finanzierungsinstitutionen sowie Kammern und Innungen eine umfassende Strategie für serielle Sanierungen zu entwickeln, die Hamburg zu einem führenden Standort für klimaneutrale Gebäude und Gebäudetechnik macht.
Wir fordern konkret:
1. Planungssicherheit für Unternehmen und Betriebe
Der Senat erarbeitet bis Ende 2027 gemeinsam mit Stakeholdern aus Wohnungs‑ und Immobilienwirtschaft, Bau‑ und Ausbauunternehmen, energietechnischen Betrieben, Mieter*innenvertretungen, Wissenschaft sowie Kammern und Innungen eine Strategie zur deutlichen Steigerung der Rate serieller Sanierungen mit industrieller Vorproduktion nach dem Energiesprong‑Prinzip.
Diese Strategie soll insbesondere Standards, Prozesse und Förderkulissen so ausrichten, dass industrielle Skalierung, kurze Bauzeiten sowie planbare Kosten und Umsätze möglich werden und Klimaneutralität im Gebäudebestand erreicht werden kann.
2. Starker Sanierungs‑Cluster mit guten Aufträgen
Die Strategie soll gezielt einen industriellen Cluster serieller Sanierung und Klimatechnologie in Hamburg aufbauen. Dazu gehören u.a. eine aktive Ansiedlungspolitik für Unternehmen aus den Bereichen vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente, Solar‑Dachsysteme, Wärmetechnik, nachhaltige Dämmstoffe und Energiespeicher sowie die räumliche Bündelung dieser Unternehmen in geeigneten, verkehrsgünstigen Lagen.
Dabei ist insbesondere zu prüfen, inwieweit der Hamburger Hafen und hafennahe Gebiete aufgrund ihrer Flächenverfügbarkeit, ihrer industriellen Struktur und ihrer logistischen Anbindung als Schwerpunktstandorte für dieses Cluster in Frage kommen.
3. Attraktive Jobs und neue Karrierewege
Hamburg entwickelt gemeinsam mit den zuständigen Kammern, Innungen, berufsständischen Vertretungen, Berufsschulen (insbesondere Schule für Energietechnik, Elbcampus), der HafenCity Universität und der Technischen Universität Hamburg neue Qualifikationen und Berufsbilder für die serielle Sanierung. Gleichzeitig sollen bestehende Berufsbilder gestärkt und attraktiver werden.
Dazu gehören z.B. Koordinatorin für serielle Sanierung, Energielotsin für Industrie‑ und Gewerbeimmobilien sowie Spezialist*in für Dachaktivierung. Das entstehende Sanierungs‑Cluster soll zugleich als Ausbildungs‑ und Weiterbildungshub dienen, in dem Lernen direkt an realen Objekten erfolgt.
4. Ein Zentrum, das Aufträge und Partner zusammenbringt
Der Senat wird aufgefordert zu prüfen,
a) inwieweit im Hamburger Hafen oder in unmittelbar hafen‑ und verkehrsnahen Lagen geeignete Flächen für ein industrielles Kompetenzzentrum für serielle, klimaneutrale Sanierungen ausgewiesen werden können, und
b) welche organisatorische Struktur (z.B. zentrale Koordinierungsstelle oder eigenständiges Zentrum in öffentlich‑privater Trägerschaft) geeignet ist, um Unternehmen, Handwerksbetriebe, Kammern, IFB, Behörden und weitere Partner zu vernetzen, die Förderkulissen zu bündeln und einen kontinuierlichen Auftragsfluss zu sichern.
Ziel ist es, Produktions‑ und Auftragslücken zu vermeiden, Wertschöpfung vor Ort zu halten, Insolvenzen in langen Auftragsketten vorzubeugen und den Aufbau eines starken Hamburger Sanierungsclusters zu ermöglichen.
5. Konkreter Fahrplan für ein Sanierungszentrum
Im Rahmen der Strategieentwicklung wird bis Ende 2027 eine Konzept- und Machbarkeitsstudie vorgelegt, die insbesondere
- Standortoptionen (insbesondere im Hamburger Hafen und vergleichbaren industriell‑gewerblichen Lagen),
- geeignete Governance‑Modelle (z.B. öffentlich‑private Partnerschaft, Vereinslösung),
- Finanzierungswege einschließlich Förderkulissen sowie
- Ausbildungs‑, Showroom‑ und Demonstrationsprojekte
für ein mögliches „Sanierungszentrum Hamburg“ prüft und konkrete Entwicklungsstufen (Pilotphase, Ausbauphase, Vollbetrieb) skizziert.